200 Jahre Karl Marx - was bleibt? Symposium zum 200. Geburtstag von Karl Marx Samstag, 17. März 2018 in Nürnberg, Marmorsaal  
© Gesellschaft für kritische Philosophie/Humanistische Akademie Bayern 2017

Programm

Ablauf

  Uhrzeit   Programmpunkt   10.00       Begrüßung   10.15       Dr. Frank Schulze (Nürnberg):                  Karl Marx Leben, Werk, Wirkung   11.00       Prof. Dr. Hans-Martin Sass (Bochum):                  Karl Marx und Ludwig Feuerbach   11.45       Kaffeepause 1   12.15       Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber (Brühl):                  Karl Marx  ein Feind der offenen Gesellschaft? Diktaturkompatible                  Elemente in der Marx'schen Philosophie   13.00       Mittagspause   14.15       Prof. Dr. Fritz Reheis (Rödental b. Coburg):                  Wo Marx Recht hat   15.00       Dr. Dr. Joachim Kahl (Marburg):                  Das Manifest der kommunistischen Partei (1848)  ein kurzes                  Dokument als Brennglas einer langen Geschichte von Erfolg und                  Misserfolg   15.45       Kaffeepause 2   16.15       Dr. Gerhard Engel (Hildesheim):                  Das Kapital im 21. Jahrhundert. Anmerkungen zu Thomas Pikettys                  gleichnamigem Buch   17.00       Podiumsdiskussion mit den Referenten                                                               18.00       Ende der Veranstaltung Nach jedem Vortrag sowie im Rahmen der Podiumsdiskussion besteht für die Teilnehmenden Gelegenheit, Fragen zu stellen und Diskussionsbeiträge zu äußern.

Themen

Karl Marx Leben, Werk, Wirkung Dr. Frank Schulze Zur Einführung sollen in diesem Vortrag Marx' Leben sowie die Entstehung und Entwicklung seines Werks im historischen Kontext nachgezeichnet werden. Vor diesem Hintergrund soll anschließend ein Überblick über die breite Wirkung seines Denkens bzw. die Rezeption seiner Werke gegeben werden, wobei auch die später noch zu diskutierende Frage erstmals aufgeworfen werden soll, inwiefern Marx uns auch heute noch „etwas zu sagen“ hat. Karl Marx und Ludwig Feuerbach Prof. Dr. Hans-Martin Sass Marx und Feuerbach stehen für unterschiedliche Programme von Fortschritt und Revolution. Marx erwartet 1848 von einer Revolution der Arbeiter eine neue Welt mit mehr Menschen- und Bürgerrechten; Feuerbach erwartet 1843 von einer Revolution der Denkungsart eine neue Welt mit mehr humaner Kultur und mehr Menschen- und Bürgerrechten. Es kam in England und Deutschland nicht zu einer Arbeiterrevolution, sondern Kapital und Arbeit haben im gemeinsamen Interesse verhandelt und eine plurale, relativ liberale und ökonomisch gesunde Gesellschaft in Westeuropa und anderswo geschaffen. Der Revolutionär Lenin und die Nachfolger Stalin, Mao, Pol Pot, Putin haben definitiv keine vergleichbaren wertpluralen und ökonomisch gesunden Gesellschaften geschaffen. Das Modell von Marx ist definitiv gescheitert. Das Modell von Feuerbach ist nicht zu Ende; es war und ist ein permanentes Bemühen um mehr Humanität und Solidarität im globalen Maßtab und in eine offene Zukunft ohne Diktatoren. Karl Marx ein Feind der offenen Gesellschaft? Diktaturkompatible Elemente in der Marx'schen Philosophie Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber Konnten sich die sozialistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts berechtigterweise auf die Lehre von Karl Marx berufen oder nahmen sie dabei eine einseitige Deutung des Philosophen in einem verfälschenden Sinne vor? Die Erörterung dieser grundsätzlichen Frage nutzt Karl R. Poppers Auffassungen über die Denkstrukturen einer geschlossenen bzw. offenen Gesellschaft, um hinsichtlich der Diktaturkompatibilität des Marxismus-Begründers eine Einschätzung zu formulieren: Inwieweit lassen sich bei ihm eine Ablehnung des Pluralismus, eine Bejahung des Autoritarismus, ein Determinismus im Geschichtsdenken, ein Dogmatismus im Erkenntnisanspruch, ein Essentialismus in der Gesellschaftsanalyse oder eine Ignoranz der Realitäten konstatieren? Die Antworten sollen auch die Grenzen aufzeigen, welche für eine Berufung auf Marx auf der Grundlage von Demokratie und Menschenrechten bestehen. Kann er in der Gesamtschau seiner Lehre oder nur als Kritiker von Verwerfungen als heute noch aktueller emanzipatorischer Denker gelten? Wo Marx Recht hat Prof. Dr. Fritz Reheis Der Vortrag knüpft an jene Fragen an, die uns heute bewegen und beunruhigen. Es wird gezeigt, dass in den Marx’schen Schriften ein enormes analytisches Potenzial auch für das  21. Jahrhundert enthalten ist. Dabei werden auch bisher wenig beachtete Aspekte des Marx’schen Denkens  deutlich. Das Manifest der kommunistischen Partei (1848) ein kurzes Dokument als Brennglas einer langen Geschichte von Erfolg und Misserfolg Dr. Dr. Joachim Kahl Richard Rorty schreibt über das „Manifest“, dank seiner hätten Arbeiter den Mut gefunden, „ihren Anteil an der politischen Macht zu fordern. Hätten sie  auf die christliche Nächstenliebe und die Wohltätigkeit derer, die über ihnen standen, gewartet, wären ihre Kinder noch heute unwissend und schlecht ernährt“. So ist es. Aber die erheblichen Impulse zur Selbstkritik und Selbstkorrektur des Kapitalismus, die von Marx (und Engels) ausgingen, dürfen und können deren verhängnisvollen Irrtümer nicht übersehen lassen. Sie sind alle bereits im „Manifest“ angelegt und werden im Vortrag im einzelnen aufgezeigt. Sie ergeben sich aus dem Grundirrtum, das Proletariat sei die „Klasse, welche die Zukuft in ihren Händen hält“, und die Bourgeoisie, weil Ausbeuterin, sei zum Untegang verurteilt. Das Kapital im 21. Jahrhundert. Anmerkungen zu Thomas Pikettys gleichnamigem Buch Dr. Gerhard Engel Details folgen.

Tagungsort

Das Symposium findet in Nürnberg im Marmorsaal der „Nürnberger Akademie“ statt (siehe die oberen zwei Fotos links auf dieser Seite). Bei dem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Gewerbemuseum, erbaut von 1892 von 1897 im Stil eines repräsentativen neobarocken Schlosses. Das Museum war zugleich handwerkliche und industrielle Bildungsstätte zur Vermittlung der künstleri- schen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen - heute würde man „Design“ sagen.

Essen & Trinken

In den beiden Kaffeepausen (11.45 Uhr und 15.45 Uhr) wird es nicht nur Getränke, sondern auch süße und herzhafte Kleinigkeiten zu essen geben. Die Verpflegung in diesen beiden Pausen ist im Teilnahmebeitrag inbegriffen. Das Mittagessen (13.00-14.15 Uhr) nehmen die Teilnehmenden in einer Lokalität ihrer Wahl und auf eigene Kosten ein. Wir empfehlen zum einen den Marientorzwinger (ca. 3 Gehinuten vom Veranstaltungsort entfernt). Dort ist ein Kontingent an Tischen für die Symposiumsteilnehmer reserviert. Zudem besteht am Vormittag des Veranstaltungstages die Möglichkeit der Vorbestellung aus einer Speisenauswahl, damit es am Ende der Pause nicht knapp wird. Ebenfalls empfehlenswert ist zum anderen das Restaurant Heilig-Geist-Spital, das ca. 5 Gehminuten vom Tagungsort reizvoll in der Nürnberger Altstadt liegt (siehe die drei unteren Fotos links auf dieser Seite; Lageplan und Wegbeschrei- bung im PDF ebenda).
Der Weg vom Tagungslokal zum Heilig-Geist-Spital; hier der Lageplan mit Wegbeschreibung als PDF-Download.
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